Von der Werkstatt zum KMU in vierter Generation

Im Jahre 1953 kaufte Emil Scherrer sen., von Beruf Kaufmann, zusammen mit seinem Sohn Emil Scherrer jun. die Buchbinderei A. Th. Berner an der Zwinglistrasse. Die Buchbinderei Berner war damals eine wenig mechanisierte Handbuchbinderei, die vor allem industriell gefertigte Bücher herstellte. Zur Ausrüstung gehörte eine Schwertfalzmaschine Gutberlet, an welcher der gelernte Handbuchbinder Emil Scherrer jun. mit viel Enthusiasmus und technischem Geschick das Falzen erlernte.

Die Buchbinderei Berner war in einer alten Liegenschaft im Keller und im 1. Stock eingemietet. Warenlift war in diesem Logis ein Fremdwort. So mussten alle angelieferten Druckbogen mühsam von Hand von den Lastwagen entladen, via Keller in den 1. Stock getragen und die fertigen Drucksachen in umgekehrter Reihenfolge wieder auf die Lastwagen geladen werden. Diese mühselige und schwere Arbeit machte das Buchbinderleben vor über 50 Jahren noch etwas mühseliger und schwerer.

Emil Scherrer jun. war an jeder technischen Neuheit interessiert. Er mechanisierte den väterlichen Betrieb, wo es nur ging. Die erste gekaufte Falzmaschine wurde von Hans Stahl persönlich geliefert. Sie fand auf einem Anhänger, zugedeckt mit Blachen, Platz. Installation und Instruktion gehörten damals zum Pflichtenheft des Chefs der Firma Stahl. Emil Scherrer jun. war bald in der Lage, mit der noch sehr altmodischen Falzmaschine die kompliziertesten Falzarten auszuführen. Die älteren Semester unter den Buchbindern erinnern sich gut daran, dass bei Falzproblemen immer wieder Emil Scherrer um Rat gefragt wurde. Heute unvorstellbar ist, dass die Falzmaschinen ohne Saugschloss ausgerüstet waren. Die Falzbogen mussten mit Hilfe eines Gummifingers in den Einlauf der Maschine «geschaufelt» werden. Auch dabei entwickelten die Scherrers grosses Geschick. Es war keine Seltenheit, wenn ein 1-mal gefalzter kleiner Prospekt mit einer Geschwindigkeit von 20’000 Ex./h verarbeitet wurde – eine Person schaufelte von links, die andere von rechts!

1963 erfolgte der erste Umzug nach Urdorf, wo mit stetig leistungsfähigeren Produktionseinrichtungen der Grundstein zu einer modernen Industriebuchbinderei gelegt wurde. Im Laufe der Jahre wurde es aber auch hier zu eng, so dass ein weiterer Umzug ins Auge gefasst werden musste.

1983 wurden die neuen Räumlichkeiten an der Würzgrabenstrasse 6 in Zürich-Altstetten bezogen. Kurz darauf wurde die Firma in eine Aktiengesellschaft überführt mit Emil Scherrer jun. als Seniorchef und seinen beiden Söhnen Hansjürg und Peter in der Leitung.

Es kam, wie es kommen musste – auch in Zürich wurden die Produktionsräume zu eng. Im Jahre 1999 fand der nächste Umzug, wiederum nach Urdorf, statt. Am neuen Standort an günstiger Verkehrslage verfügt die Scherrer AG über rund 2000 m2 reine Produktionsfläche, was gegenüber dem bisherigen Standort Altstetten praktisch eine Verdoppelung darstellt.

Im Januar 2001 trat mit Michael Scherrer, Sohn von Hansjürg Scherrer, die vierte Generation in die Firma ein. Auch Michael Scherrer hat das technische Verständnis und Geschick von seinem Grossvater geerbt. Keine Maschine ist zu kompliziert, um nicht verstanden, kein Problem zu schwierig, um nicht gelöst zu werden.

 

Weitere Meilensteine

Anschaffung Falzmaschine MBO T960

Anschaffung zwei neuer Falzmaschinen MBO K80

Anschaffung Falzmaschine MBO K60

Anschaffung Versandanlage CMC 2800

Erweiterung des Mailing-Angebots durch die Anschaffung der Kuvertiermaschine MWT Octoplus 4500

Anschaffung des Klebebinders Alegro von Müller-Martini – der kleine Bruder des Bolero

Anschaffung der Adressieranlage Accufast P4 sowie der WIRO-Bindemaschine ECL 360 von Renz

Anschaffung des Smart Belegexpress. Allzeit bereit!

Einführung der klimaneutralen Produktion

Anschaffung der Klebebindelinie Bolero von Müller-Martini

Anschaffung des Sammelhefters Primera E140 von Müller-Martini

Anschaffung des Aufspende-Aggregats Pick+Place von Herzog & Heymann